Disziplinen

In der Schweiz werden durch den Schweizer Verband für Dynamisches Schiessen (SVDS) fünf spannende Disziplinen des dynamischen Schiessens vertreten: IPSC (International Practical Shooting Confederation), IDPA (International Defensive Pistol Association), CAS (Cowboy Action Shooting), Long Range und Dynamisches Basisschiessen.

Diese Disziplinen vereinen Bewegung, Präzision und Schnelligkeit und fordern von den Schützinnen und Schützen höchste Konzentration im Umgang mit Hand- und Faustfeuerwaffen.

Die Idee des „Basis-Schiessens“ ist eng mit der Entwicklung von Schiesskursen und Jugend- bzw. Anfängerprogrammen verbunden, die in den 1960er- bis 1980er-Jahren vielerorts von Schützenvereinen sowie vom Schweizer Schiesssportverband angeboten wurden.

Ziel war und ist ein schrittweiser, strukturierter Einstieg in den Schiesssport: zunächst die theoretischen Grundlagen – Sicherheitsregeln, Waffenkunde und Verhalten auf dem Schiessstand – gefolgt vom praktischen Training mit Luftgewehr oder Luftpistole und schliesslich mit der Ordonnanzwaffe. Im Zentrum stehen dabei stets Sicherheit, Disziplin und eine solide Grundhaltung – also das Schiessen „von der Basis her“.

Cowboy Action Shooting, kurz CAS oder Westernschiessen, ist ein dynamischer Schiesssport, der 1981 in den USA entstanden ist und den „Wilden Westen“ spielerisch nachstellt. Aus einem kleinen Hobby mit historischen Waffen an einem Schiessplatz in Kalifornien entwickelte sich rasch eine organisierte Disziplin, geleitet von der Single Action Shooting Society (SASS), die CAS weltweit regelt.

Beim CAS wird mit bis zu vier typischen Western‑Waffen geschossen: zwei Revolver, eine Repetierbüchse und eine Schrotflinte, meist in Kalibern, die bis etwa 1900 üblich waren. Die Teilnehmer tragen passende Kleidung und legen grossen Wert auf den „Spirit of the Game“, also höfliches, freundliches Verhalten und die spielerische Darstellung eines historischen Rollencharakters.

In den 1990er‑Jahren verbreitete sich CAS über die USA hinaus und wird heute auch in Europa und der Schweiz nach SASS‑bzw. europäischen Regeln betrieben.

Die International Defensive Pistol Association (IDPA) wurde 1996 in den USA gegründet, um einen praxisnahen Schiesssport zu schaffen, der realistische Selbstverteidigungssituationen mit alltagstauglicher Ausrüstung und verdecktem Tragen simuliert. Heute zählt die IDPA über 22.000 Mitglieder in rund 70 Ländern, darunter etwa 250 aktive Schützinnen und Schützen in der Schweiz. Der Sport legt grossen Wert auf Sicherheit, Fairness und realitätsnahe Wettkämpfe, die nach Zeit und Trefferleistung bewertet werden.

Im Jahr 1976 wurde die International Practical Shooting Confederation (IPSC) offiziell auf einer Konferenz in Columbia, Missouri, gegründet, mit Jeff Cooper als erstem Präsidenten. Diese Konferenz legte die grundlegenden Prinzipien, die Satzung und die Regeln für den dynamischen Schiesssport fest – basierend auf dem Motto Diligentia, Vis, Celeritas (Genauigkeit, Kraft, Schnelligkeit).

Heute umfasst die IPSC alle Disziplinen Pistole, Gewehr, Flinte, Mini Rifle und Action Air und ist in 108 Ländern aktiv vertreten. Alle Kategorien – Herren, Damen, Junioren und Senioren – werden anerkannt.

Long Range Shooting, das präzise Schiessen auf Distanzen von 300 Metern und mehr, vereint jahrhundertealte Traditionen mit modernster Technik zu einem packenden Wettkampfsport.

Seit 1860 förderte die britische National Rifle Association Fernschüsse bis 1200 Yards, um die Schiesskunst zu perfektionieren. Büchsenmacher und Ballistiker revolutionierten Waffenbau und Munition, angetrieben vom reinen sportlichen Ehrgeiz.

In den letzten Jahrzehnten erlebte die Disziplin einen echten Boom dank hochpräziser Optik, Ballistikrechnern und Kalibern wie .308 Win oder .338 Lapua Magnum. In der Schweiz festigte sie sich seit den 2000er Jahren, etwa beim Verband Schweizer Vorderladerschützen und in DSB-Weltmeisterschaften.